Banner mit PV-Modulen und Batteriespeicher zum Artikel über EEG-Auslauf

Batteriespeicher nachrüsten bei EEG-Auslauf: So bleibt Ihre PV-Anlage wirtschaftlich

Ihre Photovoltaikanlage produziert seit zwei Jahrzehnten zuverlässig sauberen Strom. Doch mit dem Ende der 20-jährigen EEG-Vergütung stehen Sie als Anlagenbetreiber vor einer entscheidenden Frage: Wie geht es weiter? Die Einspeisevergütung, die Ihre Investition einst so rentabel gemacht hat, entfällt oder sinkt auf ein Minimum. Gleichzeitig steigen die Strompreise für den Bezug aus dem Netz kontinuierlich an.

Wir von Inselvolt verstehen, dass diese Situation zunächst Unsicherheit auslöst. Doch das Ende der Förderung ist zugleich der Startschuss für Ihre maximale Unabhängigkeit. In diesem Leitfaden zeigen wir Ihnen, warum die Nachrüstung eines Batteriespeichers gerade jetzt der wirtschaftlich klügste Schachzug ist, welche technischen Lösungen sich für Bestandsanlagen eignen und worauf Sie bei den aktuellen Gesetzen achten müssen. Machen Sie Ihre „alte“ Anlage fit für die Zukunft und sichern Sie sich langfristig niedrige Energiekosten.

Post-EEG: Was ändert sich nach 20 Jahren Förderung?

Für Anlagen, die ab dem Jahr 2000 ans Netz gingen, endete die garantierte Einspeisevergütung erstmals zum 1. Januar 2021. Ab 2025 betrifft dies eine riesige Welle von Bestandsanlagen. Die Situation ist klar: Sie erhalten nicht mehr die hohen Vergütungssätze der Anfangsjahre. Stattdessen fällt Ihre Anlage in die sogenannte „Anschlussvergütung“ zum „Jahresmarktwert Solar“.

Dieser Marktwert ist jedoch starken Schwankungen unterworfen und tendenziell sinkend. Sich allein auf diese Einnahmen zu verlassen, macht den Weiterbetrieb der Anlage oft unwirtschaftlich, da die Betriebskosten (Wartung, Messstellenbetrieb) die Einnahmen übersteigen können.

Ein Blick auf die Daten der Übertragungsnetzbetreiber zeigt die Realität: Während der Monatsmarktwert Solar im Januar 2025 noch bei 11,511 Cent/kWh lag, sank er bis Mai 2025 drastisch auf nur noch 1,997 Cent/kWh. Ein klares Signal, dass die Einspeisung ohne Speicher kaum noch rentabel ist.

Warum ein Batteriespeicher? Der Eigenverbrauch als größter Hebel

Die neue Währung für Post-EEG-Anlagen heißt Eigenverbrauch. Jede Kilowattstunde (kWh), die Sie nicht für teures Geld (aktuell ca. 35–40 Cent) aus dem Netz kaufen müssen, ist ein direkter Gewinn. Ein Batteriespeicher maximiert diesen Vorteil.

Nahaufnahme von Batterie-Zellen mit Stromschienen und Verkabelung

Eigenverbrauch: Ohne Speicher vs. mit Speicher

Eine typische PV-Anlage ohne Speicher deckt im Durchschnitt nur etwa 25 bis 35 Prozent Ihres Strombedarfs ab, da die Produktion (tagsüber) und der Verbrauch (morgens/abends) zeitlich auseinanderfallen. Wenn Sie jedoch einen Batteriespeicher nachrüsten, können Sie diese Quote oft auf 60 bis 80 Prozent steigern. Sie speichern die Mittagssonne einfach für den Abend.

Ersparnis pro kWh: Strompreis minus Post-EEG-Vergütung

Die Rechnung ist einfach: Speisen Sie eine Kilowattstunde ein, erhalten Sie aktuell nur wenige Cent (siehe Marktwert). Nutzen Sie diese Kilowattstunde selbst, sparen Sie den vollen Strompreis von circa 35 bis 40 Cent. Die Differenz – also Ihre tatsächliche Ersparnis – liegt damit oft zwischen 22 und 35 Cent pro Kilowattstunde.

Mike Seeger

"Unser Tipp: Jede selbst genutzte kWh spart bares Geld. Während die Einspeisung Ihnen nur ca. 2–8 Cent bringt, vermeiden Sie durch den Eigenverbrauch Strombezugskosten von rund 35–40 Cent. Der Speicher ist damit Ihre Versicherung gegen steigende Strompreise."

- Mike Seeger

Founder, Inselvolt

Technikpfad zur Nachrüstung: AC- oder DC-Speicher?

Für Besitzer von Bestandsanlagen ist die technische Umsetzung eine zentrale Frage. Grundsätzlich unterscheiden wir zwei Systeme, wobei sich für die Nachrüstung ein klarer Favorit herauskristallisiert.

Infografik: AC- vs. DC-System zur Batteriespeicher-Nachrüstung

AC-gekoppelte Speicher: Die praxisnahe Lösung für Bestandsanlagen

Das „AC-System“ (Wechselstrom) ist in den meisten Fällen die wirtschaftlichste und einfachste Lösung für Post-EEG-Anlagen. Hierbei wird der Speicher völlig unabhängig von Ihrer bestehenden PV-Anlage und dem alten Wechselrichter installiert. Er wird einfach hinter dem bestehenden Wechselrichter in Ihr Hausnetz integriert.

Experten-Tipp: Die derzeit beliebteste Lösung in unserem Shop und am gesamten Markt ist der Marstek Venus E. Als reiner AC-Speicher ist er perfekt für die Nachrüstung geeignet, da er mit absolut jedem bestehenden Wechselrichter kompatibel ist. Sie müssen nichts an Ihrer bestehenden Verkabelung der PV-Module ändern – der Marstek Venus E wird einfach als "All-in-One"-Lösung in Ihr Hausnetz eingebunden.

DC-gekoppelte Speicher: Höherer Wirkungsgrad, mehr Umbauaufwand

Bei der DC-Kopplung (Gleichstrom) wird der Speicher direkt an einen modernen Hybrid-Wechselrichter angeschlossen, noch bevor der Solarstrom in Wechselstrom umgewandelt wird. Dies erfordert zwingend den Austausch Ihres alten Wechselrichters, was die Kosten und den Aufwand deutlich erhöht.

Kriterium AC-gekoppelter Speicher (z.B. Marstek Venus E) DC-gekoppelter Speicher
Nachrüstung Ideal für Bestandsanlagen Eher für Neuanlagen oder bei defektem Wechselrichter
Kosten Günstiger, da alter Wechselrichter bleibt Höher, da neuer Hybrid-Wechselrichter nötig ist
Installation Einfache Einbindung ins Hausnetz Komplexerer Umbau, direkter Eingriff in die PV-Anlage
Wirkungsgrad Gut (ca. 80-90 %) Sehr gut (ca. 90-95 %)
Vorteil Flexibel, unkompliziert, kosteneffizient Geringere Umwandlungsverluste

Speichergröße richtig wählen: Dimensionierung in der Praxis

Viele Kunden fragen uns: „Wie groß muss der Speicher sein?“ Eine Überdimensionierung kostet unnötig Geld und Ressourcen. Als Faustregel für eine sinnvolle Auslegung gilt:
1 kWh Speicherkapazität pro 1 kWp installierter PV-Leistung. Ziel ist es, einen Eigenverbrauchsanteil von über 60 % zu erreichen, ohne den Speicher unnötig groß zu wählen.

PV-Anlagengröße Empfohlene Speichergröße Erwartete Eigenverbrauchs-Quote
5 kWp ca. 5 kWh ~ 65 %
8 kWp ca. 8 kWh ~ 70 %
10 kWp ca. 10 kWh ~ 75 %

Für eine typische Altanlage mit 7 bis 10 kWp empfehlen wir daher eine Speichergröße von 7 bis 10 kWh. Systeme wie der Marstek Venus E bieten hier durch ihren modularen Aufbau (von 5 bis 12 kWh) enorme Vorteile.Wenn Sie unsicher sind, welche Version des Marktfavoriten für Sie die richtige ist, lesen Sie unseren detaillierten Ratgeber: Marstek Venus E Vergleich: Version 2.0 vs. 3.0. Hier erklären wir genau, welches Modell für welche Anforderungen am wirtschaftlichsten ist.

Kosten, Förderung & Finanzierung (2025)

Die gute Nachricht vorweg: Batteriespeicher sind in den letzten Jahren deutlich günstiger geworden. Marktanalysen zeigen, dass die reinen Systempreise teilweise auf 300 bis 440 € pro kWh Speicherkapazität gefallen sind.

Investitionsrahmen: Gerät, Batterie-Wechselrichter & Montage

Für ein komplettes AC-Nachrüstsystem (inklusive Batterie, Batterie-Wechselrichter und Montage) sollten Sie grob mit einem Investitionsrahmen zwischen 7.000 € und 20.000 € rechnen, je nach Kapazität und Herstellerqualität. Der Speicher selbst macht dabei den größten Teil aus. Mit kompakten Systemen wie dem Marstek Venus E lassen sich die Installationskosten oft am unteren Ende dieses Rahmens halten, da die Integration besonders unkompliziert ist.

0 % MwSt., KfW 270 & regionale Zuschüsse

Der Gesetzgeber unterstützt Ihren Weg in die Unabhängigkeit massiv:

  • 0 % Mehrwertsteuer: Seit 2023 gilt für die Lieferung und Installation von PV-Komponenten und Speichern (bis 30 kWp) der Nullsteuersatz. Sie sparen also effektiv 19 % auf die gesamte Investition.
  • KfW-Programm 270: Dieser zinsgünstige Kredit fördert Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien, einschließlich Speichern.
  • Regionale Förderungen: Viele Bundesländer (z. B. Berlin, BW, Sachsen) und Kommunen haben eigene Förderprogramme aufgelegt. Prüfen Sie hierzu unsere Übersicht zur Förderung bei der Nachrüstung eines Batteriespeichers.

Energieberater am Schreibtisch mit Solarmodul-Modell und Windrad-Modell

Recht & Pflichten: Meldungen und Messkonzept

Auch bei einer Nachrüstung kommen Sie um etwas Bürokratie nicht herum. Wir helfen Ihnen, den Überblick zu behalten.

Marktstammdatenregister: Speicher separat registrieren

Jeder neue Batteriespeicher muss im Marktstammdatenregister (MaStR) der Bundesnetzagentur angemeldet werden. Dies muss innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme geschehen. Der Prozess ist digital und für Privatpersonen gut machbar: Legen Sie einen Account an, wählen Sie Ihre Betreiberrolle und registrieren Sie den Speicher als neue Einheit zu Ihrer bestehenden Anlage.

Smart-Meter & Solarspitzengesetz: 60 %-Regel ohne intelligenten Zähler

Ein kritisches Thema ist die Messinfrastruktur. Laut Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) müssen PV-Anlagen mit einer installierten Leistung von 7 kWp oder mehr schrittweise mit intelligenten Messsystemen (iMSys / Smart Meter) ausgestattet werden.

Achtung: Renditeverlust ohne Smart Meter!

Wenn Sie bei einer Anlage über 7 kWp keinen intelligenten Zähler (Smart Meter) verbauen lassen, greift oft eine pauschale Begrenzung: Ihre Einspeisung wird rechnerisch auf 60 % der Anlagenleistung gedeckelt. Um Ertragsverluste zu vermeiden und Ihren Speicher optimal zu steuern, ist der Einbau eines Smart Meters daher dringend zu empfehlen.

Umsetzung in der Praxis: So läuft die Nachrüstung ab

Anlagencheck & Degradation: Bestandsaufnahme vor dem Umbau

Bevor Sie in einen Speicher investieren, sollten Sie den Zustand Ihrer Altanlage prüfen lassen. Nach 20 Jahren ist eine Degradation (Leistungsverlust) der Module von 10–20 % normal. Ein Fachbetrieb kann dies im Rahmen eines Checks (Kosten ca. 250–300 €) genau messen und den Zustand des Wechselrichters bewerten.

Installation (AC): Einbindung zwischen Wechselrichter und Hausnetz

Die Nachrüstung eines AC-Speichers ist unkompliziert:

  1. Produktauswahl: Wählen Sie ein AC-Speichersystem wie den Marstek Venus E, das zu Ihrem Verbrauchsprofil passt. Wir von Inselvolt achten auf schnelle Lieferzeiten – Lagerware erhalten Sie oft innerhalb von ca. 7 Tagen per Spedition.
  2. Installation: Ihr Elektriker bindet den Batterie-Wechselrichter AC-seitig in das Hausnetz ein und installiert den Smart Meter im Zählerschrank.
  3. Service: Fragen zur Einrichtung klären wir schnell per E-Mail oder WhatsApp.
    Sollten Sie sich unsicher sein, nutzen Sie gerne unsere Online Beratung.

Wirtschaftlichkeit je Anlagentyp: Beispiele & Szenarien

Lohnt es sich wirklich? Bei Altanlagen mit hoher ehemaliger Vergütung ist der "Schock" des Wegfalls groß. Doch gerade hier ist der Speicher oft die einzige Alternative für einen sinnvollen Weiterbetrieb.

Ein Beispiel: Bei einem Strompreis von 38 Cent/kWh und einem erreichten Eigenverbrauchsanteil von 70 % (dank eines 7,5 kWh Speichers) kann sich eine Nachrüstung oft schon nach 8 bis 12 Jahren amortisieren. Da hochwertige Speicher auf Langlebigkeit ausgelegt sind, profitieren Sie weit über diesen Zeitraum hinaus von fast kostenlosem Strom.

Alternativen & Ergänzungen: Optionen neben dem Speicher

  • Repowering: Sie ersetzen die alten Module durch neue, leistungsstärkere. Auf derselben Dachfläche erzeugen Sie heute oft die doppelte Energiemenge. In Kombination mit einem Speicher ist dies die Maximallösung für die nächsten 20 Jahre.
  • Direktvermarktung: Anbieter wie sonnen bieten Tarife (z.B. "sonnenFlat"), die mit bis zu 10 ct/kWh deutlich über dem reinen Marktwert liegen. Dies erfordert jedoch spezielle technische Voraussetzungen und bindet Sie an einen Anbieter.

Markt & Trends: Preise, Kapazitäten und neue Modelle

Der Speichermarkt wächst rasant. Bis 2030 wird allein in Deutschland eine stationäre Speicherkapazität von bis zu 440 GWh erwartet. Für Sie bedeutet das: Die Technik ist ausgereift, in großer Stückzahl verfügbar und sicher. Preise für langlebige Lithium-Eisenphosphat-Speicher (LFP) sind auf einem attraktiven Niveau angekommen, was den Einstieg jetzt besonders lohnenswert macht.

Fazit: Jetzt sinnvoll weiterbetreiben

Das Ende der EEG-Förderung ist nicht das Ende Ihrer PV-Anlage – es ist der Beginn einer neuen Ära der Unabhängigkeit und der intelligenten Energienutzung.

  • Eigenverbrauch ist entscheidend: Nutzen Sie Ihren wertvollen Solarstrom selbst, anstatt ihn für wenige Cent ins Netz einzuspeisen. Ein Speicher ist dafür der Schlüssel.
  • AC-Speicher sind die Lösung: Für Bestandsanlagen ist die AC-Kopplung einfach, praxiserprobt und kosteneffizient. Der Marstek Venus E ist hierbei die ideale Wahl für maximale Kompatibilität.
  • Die Rahmenbedingungen passen: 0 % Mehrwertsteuer und gesunkene Speicherpreise machen die Investition jetzt besonders rentabel.
  • Bürokratie im Blick behalten: Denken Sie an die Anmeldung im MaStR und die Notwendigkeit eines Smart Meters.

Warten Sie nicht, bis Sie die erste niedrige Abrechnung Ihres Netzbetreibers erhalten. Handeln Sie jetzt und machen Sie Ihre PV-Anlage wieder zu einer echten Sparkasse. Wir unterstützen Sie dabei mit hochwertigen, schnell verfügbaren Produkten und ehrlicher, kompetenter Beratung.

FAQ: Häufige Fragen zur Speicher-Nachrüstung im Post-EEG

Ja, in den meisten Fällen. Da die Einspeisevergütung auf den sehr niedrigen Marktwert fällt, ist die Maximierung des Eigenverbrauchs die einzige Möglichkeit, die Wirtschaftlichkeit Ihrer Anlage zu sichern.
Die AC-Kopplung ist meist günstiger und einfacher, da der alte Wechselrichter weiterlaufen kann. Ein Gerät wie der Marstek Venus E lässt sich ohne großen Umbau in jedes System integrieren. DC lohnt sich oft nur, wenn der alte Wechselrichter ohnehin getauscht werden muss.
Eine gute Faustregel ist 1 kWh Speicherkapazität pro 1 kWp PV-Leistung. Für eine 8 kWp-Anlage ist also ein 8 kWh-Speicher eine gute Wahl.
Rechnen Sie mit 7.000–20.000 € für ein komplettes AC-System. Sie profitieren von 0 % Mehrwertsteuer, günstigen KfW-Krediten und oft auch von regionalen Zuschüssen.
Ja, zwingend. Die Registrierung im Marktstammdatenregister muss innerhalb eines Monats nach der Inbetriebnahme erfolgen.
Ohne Smart Meter wird die Einspeisung Ihrer PV-Anlage (ab 7 kWp) rechnerisch pauschal auf 60 % der Maximalleistung begrenzt. Sie „verschenken" potenziell Ertrag. Ein Smart Meter verhindert dies.
Moderne LFP-Speicher (wie beim Marstek Venus E oder Alpha ESS) sind auf eine lange Lebensdauer ausgelegt. Die zu erwartende Lebensdauer liegt oft bei 15 bis 20 Jahren bei hoher Zyklenfestigkeit.
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Über den Autor

Hallo, ich bin Mike Seeger, Elektroingenieur und begeisterter Solarteur. Meine Leidenschaft für Photovoltaik und erneuerbare Energien hat mich nicht nur zum Mitgründer von inselvolt gemacht, sondern auch zu einem überzeugten Erzähler und Ratgeber in dieser dynamischen Branche.

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