Dyness Tower Batteriespeicher als Komplettsystem und mit einzeln gestapelten Batteriemodulen
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Dyness Tower T7 bis T21 und TP7 bis TP23: Welche Kapazität passt zu Ihnen?

Das Wichtigste in Kürze:

  • Als grobe Faustregel gelten rund 1,5 kWh Speicher pro 1.000 kWh Jahresverbrauch, für einen 5.500-kWh-Haushalt passt der T10 gut.
  • Klein anfangen und später erweitern geht bei den modularen Dyness Tower Hochvoltspeichern: beim Tower S3 vom TS7 bis zum TS21, beim Tower Pro vom TP7 bis zum TP23. Den Wechselrichter müssen Sie dafür nicht tauschen, solange er die größere Ausbaustufe freigegeben hat.
  • Achten Sie beim Kauf auf die Generation: Die ältere Version 2 (S2, Module HV9637) und die neuere TS-Reihe (S3, Module HV9637S) lassen sich nicht kombinieren, und die S3 ist bislang nicht mit Kostal-Wechselrichtern kompatibel. Stand 8. Oktober 2026 sind S2 und S3 bei uns ausverkauft, lieferbar ist der Tower Pro.
  • Ob Tower S3 oder Tower Pro entscheidet über die Ausstattung, nicht über die Größe: Der Tower Pro bietet mehr Leistung (1C statt rund 0,6C), ein integriertes Aerosol-Löschsystem und die höhere Schutzart IP55. Für die meisten Haushalte reicht aber der normale Tower.

Die folgende Frage kommt bei mir in der Beratung regelmäßig rein: Welchen Dyness Speicher soll ich nehmen, T7, T10, T14, T17 oder T21? Mein Name ist Mike Seeger, ich bin Elektroingenieur und sehe in der Praxis immer wieder zwei typische Fehleinschätzungen. Manche nehmen pauschal das größte Modell, andere pauschal das kleinste. Beides kann teuer und falsch sein.

Die richtige Kapazität beim Dyness Tower T7 oder einem seiner größeren Geschwister bis zum T21 hängt von vier Größen ab: Ihrem Jahresverbrauch, Ihrem Verbrauchsprofil, Ihrer installierten PV-Leistung in Kilowatt-Peak (kWp) und Ihrer Zukunftsplanung in puncto Wärmepumpe oder E-Auto. Wer diese vier Punkte ehrlich beantwortet, kommt zügig zum passenden Modell.

In den nächsten Minuten gehe ich mit Ihnen die Entscheidung Schritt für Schritt durch. Danach wissen Sie, ob für Sie der T7, der T14 oder doch der T21 die richtige Wahl ist.

Dyness Tower Batteriespeicher mit drei Batteriemodulen und Steuereinheit in einem hellen Raum

So ist der Dyness Tower aufgebaut

Der Dyness Tower ist ein modularer Batteriespeicher in Hochvolt-Bauweise und zählt zu den meistgefragten Dyness Batteriespeichern für Eigenheime. Mechanisch besteht er aus einer Battery Disconnect Unit (BDU) als Kopfeinheit und zwei bis sechs gestapelten Batteriemodulen. Pro Modul stehen bei der Standard-Reihe 3,55 kWh brutto bzw. 3,37 kWh nutzbar zur Verfügung. Daraus ergibt sich die gesamte Modellfamilie vom Dyness Tower T7 mit zwei Modulen bis zum T21 mit sechs Modulen.

Wichtig ist, dass Sie drei Tower-Varianten sauber auseinanderhalten, denn sie sind untereinander nur eingeschränkt kompatibel:

  • Dyness Tower T7 bis T21 (Version 2 bzw. S2): die ältere Reihe mit Speicherbausteinen vom Typ HV9637. Bei uns ist diese Generation ausverkauft.
  • Dyness Tower TS7 bis TS21 (Version 3 bzw. S3): die neuere Generation, teils verwirrend ebenfalls als T7 bis T21 bezeichnet. Die Speicherbausteine heißen hier HV9637S. Wichtig: Die S3 ist nicht mit der S2 kompatibel und bislang – anders als die S2 – nicht mit Kostal-Wechselrichtern.
  • Dyness Tower Pro (TP7 bis TP23): die leistungsstärkere Baureihe mit Modulen vom Typ HV9640.

Infografik: Drei Tower-Varianten im Überblick

Auf die Unterschiede zwischen dem Tower und dem Tower Pro gehe ich weiter unten im Detail ein.

Was im Alltag den Unterschied macht: Der Tower braucht keinen eigenen Wechselrichter, er kommuniziert per CAN-Bus oder RS485 direkt mit Ihrem Hybrid-Wechselrichter. Die Module selbst sind als Plug-and-Play-Speicher konzipiert, ein interner Verkabelungsaufwand entfällt komplett.

Bei der Wechselrichter-Wahl kommt es auf die Variante an. Die Standard-Tower-Reihe arbeitet laut Hersteller-Kompatibilitätsliste unter anderem mit GoodWe, Deye, Solis und Hoymiles zusammen, jeweils mit bestimmten Baureihen und Ausbaustufen. Ein wichtiger Sonderfall ist Kostal: Die ältere S2 ist mit Kostal-Wechselrichtern kompatibel, die neuere S3 (TS) bislang nicht. Kostal-Betreiber greifen daher zum Tower Pro, der für den Kostal Plenticore G3 und den Plenticore plus freigegeben ist. Verlassen Sie sich also nicht auf allgemeines Hörensagen, sondern prüfen Sie vor dem Kauf im Kompatibilitätsberater, welche Wechselrichter für Ihre Variante und Größe freigegeben sind. Oder Sie fragen uns kurz an.

Was viele nicht wissen: Aus Langlebigkeitsgründen ist es empfehlenswert, die SOC-Obergrenze bei 95 Prozent der Nennkapazität anzusetzen. Beim T7 mit 7,1 kWh nominal ergibt das rund 6,745 kWh nutzbare Energie. Genauso wichtig ist die Untergrenze: Ein saisonal eingestellter Mindestladezustand (Mindest-SOC) von etwa 10 Prozent im Sommer und 15 bis 20 Prozent im Winter schont die Zellen zusätzlich. Ober- und Untergrenze zusammen führen dazu, dass Ihnen in der Praxis effektiv nur noch grob 80 Prozent der Gesamtkapazität zur Verfügung stehen. Dazu kommt die natürliche Alterung der Zellen: In den Garantiebedingungen für den Tower Pro sichert Dyness über zehn Jahre mindestens 70 Prozent der nutzbaren Energie zu, begrenzt auf eine festgelegte Gesamt-Energiemenge. Diesen Verlust sollten Sie bei der Auslegung von Anfang an mit einplanen. Die Zellchemie ist LiFePO4, der besonders sichere und langlebige Standard für moderne LiFePO4-Heimspeicher. Laut Hersteller sind beim Tower S3 mindestens 6.000 Vollzyklen vorgesehen, die Schutzart liegt bei IP54. Beim Tower Pro gibt Dyness 10 Jahre Garantie.

Die Faustformel: So berechnen Sie Ihren Speicherbedarf

Die einfachste Daumenregel für die Speicherauslegung hat sich in der Branche längst etabliert:

Als grobe Orientierung: rund 1,5 kWh nutzbare Speicherkapazität pro 1.000 kWh Jahresverbrauch.

Diese Regel ist eine branchenübliche Vereinfachung, kein Naturgesetz. Sie funktioniert aber für die meisten Eigenheime erstaunlich präzise. Zwei Stellschrauben sind für die Feinjustierung entscheidend: zum einen Ihr Jahresstromverbrauch inklusive der Frage, wie viel davon tagsüber und wie viel nachts anfällt, zum anderen die installierte PV-Leistung in Kilowatt-Peak (kWp) auf Ihrem Dach. Wer viel Strom nachts verbraucht oder eine großzügig dimensionierte PV-Anlage betreibt, darf beim Speicher ruhig eine Nummer größer denken.

Die HTW Berlin als wissenschaftliche Referenz für die Speicherauslegung bestätigt diese Größenordnung und sieht bei etwa 1,5 kWh nutzbarer Speicherkapazität pro 1.000 kWh Jahresverbrauch zugleich die sinnvolle Obergrenze. Wer darüber hinaus dimensioniert, kauft sich kaum noch zusätzliche Autarkie, zahlt aber überproportional drauf.

Realistisch erreichen PV-Haushalte mit passend ausgelegtem Speicher je nach Anlagengröße und Verbrauchsprofil rund 60 bis 80 Prozent Autarkie. Das ist der Bereich, in dem sich ein Dyness Speicher wirtschaftlich am besten schlägt. Genau hier lohnt sich aber ein realistischer Blick, denn der Autarkiegrad allein führt schnell in die Irre:

Mike Seeger

"Es geht nicht darum, einen möglichst hohen Autarkiegrad zu erreichen, sondern möglichst viel des Strombedarfs aus der eigenen Produktion zu decken. 100 Prozent Autarkie sind wirtschaftlich unsinnig und lohnen sich nie. Der "Sweet Spot" liegt bei ca. 70%"

- Mike Seeger

Founder, Inselvolt

Ob sich eine bestimmte Speichergröße für Sie tatsächlich rechnet, hängt immer vom konkreten Verbrauchsprofil ab. Bei Inselvolt prüfen wir das auf Wunsch mit unserem Rentabilitätsrechner, der Ihr individuelles Profil berücksichtigt. So vermeiden Sie eine überdimensionierte Anlage, die sich nie amortisiert.

Damit Sie schnell vergleichen können, hier die typischen Eckwerte in der Übersicht:

Jahresverbrauch Empfohlene Speichergröße Passendes Dyness-Modell
2.500 kWh ca. 3,5 bis 4 kWh T7
3.500 kWh ca. 5 kWh T7
4.500 kWh ca. 6 bis 7 kWh T7 oder T10
5.500 kWh ca. 8 kWh T10
7.000 kWh ca. 10 bis 11 kWh T14
8.500 kWh ca. 12 bis 13 kWh T14 oder T17

Wer es genauer wissen möchte, rechnet sein persönliches Szenario mit dem Unabhängigkeitsrechner der HTW Berlin durch. Dort fließen Lastprofil, PV-Größe und Speichergröße in eine konkrete Autarkieprognose ein und Sie sehen, ob die Faustformel für Ihre Situation tatsächlich greift.

Welches Tower-Modell passt zu welchem Haushalt?

Mit dem Jahresverbrauch als Anker und der Faustformel im Hinterkopf wird die Wahl deutlich übersichtlicher. Ich gehe die drei häufigsten Konstellationen aus meiner Beratung der Reihe nach durch.

T7 (7,1 kWh): Einstieg und 1-2-Personen-Haushalt

Der T7 ist die kompakte Einstiegsgröße der Tower-Familie. Mit 6,745 kWh nutzbarer Kapazität (95 Prozent von 7,1 kWh nominal) deckt er Haushalte bis rund 3.500 kWh Jahresverbrauch komfortabel ab, also typischerweise 1- bis 2-Personen-Konstellationen.

Was den Dyness T7 für mich aber so interessant macht, ist seine Erweiterbarkeit. Auch in einem größeren Haushalt ist er ein sinnvoller Einstiegspunkt, weil sich später jederzeit zusätzliche Module ergänzen lassen, bis hin zum T21. Den aktuellen Preis sowie die Lieferverfügbarkeit für den Dyness Tower T7 entnehmen Sie direkt der Produktseite, dort steht auch das aktuelle Skonto. Stand 8. Oktober 2026 ist der TS7 bei uns ausverkauft. Lieferbar ist der Dyness Tower Pro TP7 mit 7,68 kWh, der sich genauso bis zum TP23 erweitern lässt.

T10 (10,66 kWh): Der Klassiker für Familien

Wenn ein Haushalt 3 bis 4 Personen umfasst, der Jahresverbrauch zwischen 4.000 und 5.500 kWh liegt und 8 bis 10 kWp PV auf dem Dach montiert sind, lautet meine Standardempfehlung: T10. Mit 10,127 kWh nutzbarer Kapazität deckt der Dyness Speicher den nächtlichen Verbrauch eines solchen Haushalts ab und liefert in Verbindung mit einer ordentlich ausgelegten PV-Anlage stabile Autarkiegrade.

Der Dyness Tower T10 ist der Klassiker für den typischen Familienhaushalt: groß genug, um Spitzenlasten morgens und abends abzufedern. Mit Blick auf die HTW-Obergrenze passt er am besten ans obere Ende dieser Spanne: Bei 5.500 kWh Jahresverbrauch liegt sie bei gut 8 kWh. Aktueller Stand zur Verfügbarkeit: Der T10 ist derzeit ausverkauft. Sobald wieder lieferbar, erhalten Sie auf Anfrage den aktuellen Preis und den voraussichtlichen Liefertermin. Lieferbar ist in dieser Größe der Tower Pro TP11 mit 11,52 kWh.

T14, T17 und T21: Wärmepumpe, E-Auto und maximale Autarkie

Sobald eine Wärmepumpe ins Spiel kommt, ändert sich die Rechnung deutlich. Im typischen Einfamilienhaus mit rund 150 Quadratmetern sind je nach Dämmung und Jahresarbeitszahl (JAZ) zwischen 4.000 und 6.000 kWh Zusatzverbrauch pro Jahr eine realistische Größenordnung. Beim E-Auto rechne ich mit der Faustformel 15 bis 25 kWh pro 100 Kilometer, was bei 15.000 Kilometern Jahresfahrleistung rund 2.250 bis 3.750 kWh ausmacht. Beide Werte sind Schätzungen, die individuell stark variieren können.

Dyness Tower mit sechs gestapelten Batteriemodulen im Maximalausbau

Gerade bei diesen Verbrauchern lohnt sich der Blick auf das Verbrauchsprofil, denn ein hoher Nachtanteil verschiebt die Auslegung nach oben:

Mike Seeger

"Gerade wenn nachts viel Strom verbraucht wird, etwa durch eine Wärmepumpe oder die E-Auto-Ladung, passt die reine Faustformel oft nicht mehr. Dann sollte man den Speicher eher größer wählen – zumal man die vollen 100 Prozent der Kapazität ohnehin nie nutzt. Durch den maximalen Ladezustand von 95 Prozent und einen saisonal eingestellten Mindestladezustand von 10 bis 20 Prozent bleiben in der Praxis eher rund 80 Prozent nutzbar."

- Mike Seeger

Founder, Inselvolt

In dieser Klasse landen Sie bei der Auslegung schnell bei 8.000 bis 12.000 kWh Gesamtverbrauch. Meine Empfehlung: Wer eine Wärmepumpe oder ein E-Auto im Haushalt hat, sollte mindestens den Dyness Tower T14 ansetzen, bei beiden Verbrauchern gemeinsam eher den Dyness Tower T17. Der Dyness Tower T21 ist der Maximalausbau für große Anlagen mit hohem Autarkieanspruch. T14 bis T21 sind aktuell ausverkauft, hier lohnt sich eine kurze Anfrage zur Wiederverfügbarkeit. Lieferbar sind in dieser Klasse TP15, TP19 und TP23 aus der Tower-Pro-Reihe.

Modell Nutzbare kWh (95 % DoD) Module Zielgruppe Verfügbarkeit (Stand 08.10.2026)
T7 / TS7 6,745 kWh 2 1-2 Personen / Einstieg ausverkauft
T10 / TS10 10,127 kWh 3 Familie 3-4 Personen ausverkauft
T14 / TS14 13,499 kWh 4 WP oder E-Auto ausverkauft
T17 / TS17 16,872 kWh 5 WP und E-Auto ausverkauft
T21 / TS21 20,245 kWh 6 Maximalausbau ausverkauft
TP7 7,296 kWh 2 1-2 Personen / Einstieg lieferbar
TP11 10,944 kWh 3 Familie 3-4 Personen lieferbar
TP15 14,592 kWh 4 WP oder E-Auto lieferbar
TP19 18,24 kWh 5 WP und E-Auto lieferbar
TP23 21,888 kWh 6 Maximalausbau lieferbar

T7 kaufen und später erweitern: Funktioniert das wirklich?

Ja, und genau das ist einer der größten Vorteile dieser Baureihe. Die Module lassen sich jederzeit vom T7 bis zum T21 (maximal sechs Module) nachrüsten, beim Tower Pro vom TP7 bis zum TP23. Ihren Hybrid-Wechselrichter müssen Sie dafür nicht tauschen, sofern er die größere Ausbaustufe freigegeben hat. Manche Geräte stehen nur bis zum T14 oder T17 auf der Liste.

Eine Einschränkung müssen Sie aber kennen: Die Module müssen aus derselben Baureihe und Generation stammen. Tower-Module (HV9637 bzw. HV9637S) sind nicht mit Tower-Pro-Modulen (HV9640) mischbar. Wer also absehbar auf den Tower Pro wechseln möchte, etwa wegen Außenaufstellung in unbeheizter Umgebung, startet besser direkt mit dem TP7.

Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft den Zeitpunkt der Erweiterung: Planen Sie sie möglichst früh ein. Beim Tower Pro erlaubt Dyness die Erweiterung bis zu drei Jahre nach der Inbetriebnahme und empfiehlt höchstens zwei, beim älteren Tower (S2) höchstens sechs Monate. Warten Sie deutlich länger, ist die Spannung des Bestandssystems in der Regel schon zu weit abgesunken, sodass sich die Kapazität des neuen Speichers nicht mehr optimal nutzen lässt.

Besonders wichtig ist die Generation Ihres Bestandssystems: Neben der älteren Version 2 (S2) gibt es inzwischen die S3 (TS-Reihe). Beide sind nicht miteinander kompatibel – weder lassen sich die Speicherbausteine mischen, noch dürfen Sie eine BDU oder ein BMS der jeweils anderen Generation kombinieren. Auch ein Kaskadenbetrieb zwischen beiden Generationen ist ausgeschlossen. Das ist gerade beim Erweitern heikel: S2-Module (HV9637) sind bei uns ausverkauft, und S3-Module passen nicht zu einem bestehenden S2-System. Wer ein S2-System erweitern möchte, muss deshalb vor dem Kauf unbedingt die Verfügbarkeit passender Module und die Kompatibilität prüfen, sonst geht das erweiterte System schlicht nicht in Betrieb.

So erkennen Sie die Generation zuverlässig über die Modellnummern auf dem Typenschild: Die Speicherbausteine der S2 tragen die Kennung HV9637, die der S3 die Kennung HV9637S. Gleichen Sie diese Kennungen vor dem Kauf ab, dann vermeiden Sie einen teuren Fehlkauf.

Dyness Batteriemodul in Nahaufnahme mit Anschlussfeld und LED-Statusanzeige

Für die Praxis wichtig: Bei der Erweiterung empfiehlt der Hersteller ein manuelles Balancing, damit die neuen Module mit dem eingefahrenen Bestandssystem auf gleiche SOC-Werte kommen. Der häufigste Fehler von Selbstinstallateuren ist ein zu großer Abstand zwischen dem Ladezustand des Bestandssystems und dem des neuen Moduls. Dyness gibt das Vorgehen je Reihe vor. Beim Tower Pro laden Sie das Bestandssystem zuerst über den Wechselrichter auf 100 Prozent und entladen es dann auf den Ladezustand, mit dem das neue Modul ab Werk kommt. Das sind 30 oder 50 Prozent, den genauen Wert erfahren Sie beim Kauf. Erst dann setzen Sie das Modul ein. Nach etwa zehn Vollzyklen haben sich die Werte angeglichen. Beim Tower S3 sollen laut Handbuch bei der Erweiterung alle Module auf 100 Prozent SOC (State of Charge) stehen. Beim älteren Tower (S2) nennt Dyness das Vorladen des neuen Moduls mit einem DC-Ladegerät als einzigen wirksamen Weg, das gehört in die Hände Ihres Installateurs.

Wer mehr als einen Turm betreiben will, kann das mit beiden aktuellen Reihen: Tower S3 und Tower Pro lassen sich laut Hersteller mit bis zu zwölf Türmen parallel betreiben, das ergibt rund 256 bzw. 276 kWh Speicherkapazität. Für Eigenheime ist das deutlich überdimensioniert, im Gewerbe wird es interessant.

Ein letzter Hinweis: Vor jeder Speichererweiterung lohnt sich ein Blick ins Datenblatt Ihres Wechselrichters, ob die neue Gesamtkapazität sauber unterstützt wird. Im Zweifel fragen Sie uns vor dem Modulkauf kurz an, das spart Ihnen Lehrgeld.

Tower S3 oder Tower Pro: Spielt das für die Kapazitätswahl eine Rolle?

Im Grunde nein, die Kapazität ist nicht der Hauptunterschied. Der TP7 hat mit 7,296 kWh nutzbarer Energie nur rund 8 Prozent mehr als der T7 mit 6,745 kWh nutzbar. Das ist für die Modellwahl kein entscheidender Faktor.

Die echten Unterschiede zwischen beiden Baureihen liegen bei Leistung, Brandschutz und Robustheit. Die folgende Übersicht stellt die wesentlichen Merkmale gegenüber:

Merkmal / Spezifikation Dyness Tower (T-Serie) Dyness Tower Pro
Modultyp HV9637 (S2) / HV9637S (S3) HV9640
Kapazität pro Modul 3,55 kWh 3,84 kWh
Max. Kapazität (1 Turm) 21,31 kWh (6 Module) 23,04 kWh (6 Module)
Max. Entladerate (C-Rate) rund 0,6C 1,0C (vollständige Entladung in 1 Std.)
Parallelschaltung S3: bis zu 12 Türme parallel (max. 255,72 kWh), S2: bis zu 5 mit Combiner Box bis zu 12 Cluster parallel (max. 276 kWh)
Brandschutz Standard-LFP-Sicherheit über BMS integriertes Aerosol-Feuerlöschsystem
Abmessungen (B x T) 504 x 380 mm 587 x 310 mm (flachere Bauweise)
Schutzart IP54 IP55
Konnektivität CAN / RS485 (S3 zusätzlich WLAN) CAN / RS485 + WiFi (App-Steuerung integriert)
Kompatible Wechselrichter u. a. GoodWe, Deye, Solis, Hoymiles (S2 auch Kostal) u. a. Kostal (Plenticore G3 und plus), Deye, GoodWe, Solis, Hoymiles

Zwei dieser Unterschiede machen sich in der Praxis besonders bemerkbar:

  • Kältefestigkeit beim Dyness Tower Pro: Mit der optionalen Heizfunktion lädt und entlädt der Tower Pro laut Hersteller bis -20 °C, ohne sie lädt er ab 0 °C und entlädt ab -10 °C. Fragen Sie bei Außenaufstellung kurz nach, ob sie bei Ihrem Set dabei ist. Das ist immer dann relevant, wenn der Speicher außen oder in einer unbeheizten Garage steht.
  • Volle 1C-Leistung beim Tower Pro: Während der Tower S3 mit rund 0,6C lädt und entlädt, schafft der Pro die volle Systemrate von 1C. Ein Tower Pro mit 11,5 kWh Kapazität kann damit theoretisch die vollen 11,5 kW abgeben oder aufnehmen, sofern Ihr Wechselrichter das unterstützt. Das ist besonders im Ersatzstrombetrieb wichtig, wenn nach einem Netzausfall viele Haushaltsgeräte gleichzeitig anlaufen, aber auch bei dynamischen Stromtarifen und kurzen Verbrauchsspitzen.

Mein Fazit in einem Satz: Die Kapazität entscheidet über die Größe, Tower S3 oder Pro über die Ausstattung. Für den klassischen Innenaufstellungs-Haushalt reicht der Standard-Tower vollkommen, der Tower Pro lohnt sich vor allem bei Außenaufstellung, dynamischen Tarifen oder maximalem Langlebigkeitsanspruch. Solange der Tower S3 ausverkauft ist, ist der Tower Pro bei uns die lieferbare Wahl. Alle übrigen Unterschiede liegen im Vergleich Dyness Tower vs. Tower Pro nebeneinander.

Infografik: 4 Key-Features des Dyness Tower Pro

Häufige Fragen zur Dyness Tower Kapazität (FAQ)

Ja, das ist genau das Konzept der Baureihe. Sie können den Speicher modular von zwei auf bis zu sechs Module ausbauen, also vom T7 bis zum T21. Voraussetzung ist, dass alle Module aus derselben Baureihe und Generation stammen: Tower-Module und Tower-Pro-Module dürfen nicht gemischt werden. Beim Tower Pro gilt dasselbe vom TP7 bis zum TP23. Achten Sie zusätzlich darauf, ob Ihr Bestandssystem der Generation S2 (HV9637) oder S3 (HV9637S) angehört, denn auch diese beiden sind untereinander nicht kompatibel. S2-Module sind bei uns ausverkauft. Prüfen Sie deshalb vor dem Kauf, ob passende Module für Ihr Bestandssystem überhaupt noch verfügbar sind.

Er wird an guten Sonnentagen schlicht jeden Abend vollständig entladen. Ein technisches Problem ist das nicht, denn bei mindestens 6.000 Vollzyklen entspricht das gut 16 Jahren Betrieb mit einem Vollzyklus pro Tag. Spürbar wird ein zu kleiner Speicher eher an bewölkten Tagen, wenn die Reserve früher aufgebraucht ist und Sie wieder Netzstrom beziehen.

Als grobe Schätzung rechne ich mit 15 bis 25 kWh pro 100 Kilometer. Bei 15.000 Kilometern Jahresfahrleistung kommen daraus rund 2.250 bis 3.750 kWh Zusatzverbrauch. Für reine Heimladung mit hohem PV-Anteil empfehle ich mindestens den T14, bei sportlicher Fahrweise oder zusätzlicher Wärmepumpe besser den T17. Auch das sind Schätzwerte, die individuell variieren.

Nein, sofern Ihr Hybrid-Wechselrichter die neue Gesamtkapazität unterstützt. Welche Wechselrichter freigegeben sind, hängt allerdings von der Variante ab: Die Standard-Tower-Reihe arbeitet unter anderem mit GoodWe, Deye, Solis und Hoymiles zusammen, die aktuelle S3-Reihe bislang aber nicht mit Kostal. Kostal-Betreiber (z. B. Plenticore G3) greifen zum Tower Pro. Praktisch sollten Sie nach der Erweiterung im Installateurs-Menü des Wechselrichters einen Neu-Scan der Batterie anstoßen, damit das BMS die korrekten Nominalwerte des erweiterten Systems an den Wechselrichter übergibt. Erst dann arbeitet das Energiemanagement mit den neuen Werten.

Einen eigenen Größen-Konfigurator von Dyness kenne ich nicht. Welche Tower-Größen Ihr Wechselrichter verträgt, zeigt unser Kompatibilitätsberater. Das beste frei zugängliche Werkzeug für die individuelle Auslegung ist der Unabhängigkeitsrechner der HTW Berlin. Dort tragen Sie Ihren Jahresverbrauch, Ihre PV-Größe und die geplante Speichergröße ein und erhalten direkt die zu erwartende Autarkie und den Eigenverbrauchsanteil. Ergänzend prüfen wir bei Inselvolt auf Wunsch mit unserem Rentabilitätsrechner, ob sich die gewählte Größe für Ihr konkretes Profil auch wirtschaftlich lohnt.

Wenn Sie nach diesem Überblick immer noch unsicher sind, welche Tower-Größe konkret zu Ihrem Verbrauchsprofil passt, schreiben Sie uns kurz per E-Mail oder WhatsApp. Wir prüfen Ihre Anlagendaten und geben Ihnen eine ehrliche Modell-Empfehlung, mit der Sie weder zu klein noch zu groß einsteigen. Jetzt unverbindlich beraten lassen.

Mike Seeger

Über den Autor

Hallo, ich bin Mike Seeger, Elektroingenieur und begeisterter Solarteur. Meine Leidenschaft für Photovoltaik und erneuerbare Energien hat mich nicht nur zum Mitgründer von inselvolt gemacht, sondern auch zu einem überzeugten Erzähler und Ratgeber in dieser dynamischen Branche.

Qualifikation und Erfahrung
Ausbildung
Studium der Elektrotechnik (Elektroingenieur)
Praxis
Solarteur mit Schwerpunkt Photovoltaik und Speicher
Rolle
Mitgründer von inselvolt, täglich in Beratung und Technik
Fachgebiete
Balkonkraftwerke, Heimspeicher, Netzanschluss und Meldepflicht

Transparenzhinweis: inselvolt vertreibt Solar- und Speicherprodukte. Diesen Beitrag haben wir bewusst mit einer ehrlichen Kaufempfehlung gegen das eigene Sortiment versehen, wo es für Sie sinnvoller ist.